Fachbegriffe leicht gemacht:

Wearables

Eine neue Generation von Geräten ist da. Sie heißt "Wearables". Tja, nicht erschrecken, wenn wir wieder einmal über ein englisches technisches Wort stolpern. Man sollte sich in der Tat nicht mehr wundern, denn die Sprache der Elektronik und Wissenschaft ist eben Englisch.

Was bedeutet dieser Begriff?

wörtlich übersetzt heißt das nur: tragbar. Damit sind also wieder einmal elektronische Geräte für unterwegs gemeint. Die Fachzeitschrift Chip schrieb im vorigen Jahr auch zu diesem Thema, und nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, möchte ich versuchen, diese Geräte zu beleuchten.

Diese und ähnliche Fragen versuche ich hier zu beantworten.

Sagen wir es einmal so: Die Wearables sind eine Computertechnik zum Anziehen, und zwar im wörtlichen Sinne des Wortes. Hierzu zählen beispielsweise die

Doch Wearables sind weitaus mehr als nur Brillen und Uhren, denn bereits jetzt arbeiten medizinische Unternehmen an elektronischen Pflastern, die hauchdünn sind, um Patienten bei der Genesung oder bei einer ärztlichen Behandlung besser beobachten zu können. Es ist also eine mehr als spannende und hilfreiche Technik. Aktuell wird sogar an einen Wearable für unser Auge entwickelt. Ziel ist es dann, mit einem Zwinkern oder Augenaufschlag beim Fernsehen beispielsweise bestimmte Funktionen auszulösen. Dies könnte also die Senderwahl sein oder die änderung der Lautstärke. Wer hier an Querschnittsgelähmte denkt, wird schnell merken, dass hier ein wahnsinniges Hilfspotential schlummert, das zum Glück nicht von der Pharmaindustrie, sondern von der PC-Industrie und großen Softwarehäusern vermarktet wird.

Anders herum gesagt: Es wird mit Sicherheit eine Jedermannstechnik zu erschwinglichen Preisen geben. Das ist übrigens keine Zukunftsmusik, denn die erste Generation gibt es schon. Schon jetzt sind verschiedene Fitness-Armbänder der Renner schlechthin, und bei Menschen, die sportlich orientiert sind, sind sie schon sehr weit verbreitet. Sie können neben den Schritten, die täglich zurückgelegt werden, ebenso die Aktions- und Ruhephasen messen und geben so einen sehr guten überblick. Um diesen zu erhalten, muss das Fitness-Armband lediglich an einen PC oder an ein Smartphone angeschlossen werden, und schon kann man seine Tagesleistung abrufen.

Tja, der gute alte Schrittzähler hat aus Sicht der Entwickler wohl keine Zukunft mehr. Gleichwohl nutze ich ein rein mechanisch arbeitendes kleines batterieloses Gerät, das seit über 25 Jahren zuverlässig wie nur was seinen Dienst verrichtet. Also dieser Bereich ist in der Tat nicht revolutionär und man kann auf die persönliche Leistungsmessung meines Erachtens durchaus verzichten, wenn man den guten alten Schrittzähler sein Eigen nennt. Doch bei aller Skepsis der neuen Technik gegenüber: Sie hat unbestreitbar neben der o.g. Hilfe für Behinderte weitere objektive Vorteile, denn auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Neben Armbändern gibt es auch Halsketten und Anhänger, in die ein kleines Sensorplättchen eingelegt werden kann. Tritt ein Notfall ein, kann mit einem Fingerdruck das Sensorplättchen mit dem Namen "CUFF" aktiviert werden, und innerhalb von Sekunden wird ein Notruf abgesetzt, der an einen vorher definierten Personenkreis geht. Diese Halsketten, Anhänger und Armbänder stellt die US-Firma CUFF her, und nun wissen wir auch, warum die Plättchen diesen Namen haben.

Die Technik breitet sich rasend schnell aus, und so wundert es kaum, dass APPLE auch etwas vom Kuchen abhaben will. Wer bereits im Besitz einer Galaxy Gear von Samsung oder einer SmartWatch von SONY ist, möchte diese so schnell nicht mehr missen, denn viele der User geben an, dass dieses Zusammenspiel mit dem Smartphone einfach perfekt ist. Mit diesen beiden Modellen können Nutzer über die Uhr Anrufe entgegennehmen oder sogar Termine eintragen. Kürzlich hat APPLE seine hauseigene iWatch vorgestellt, und man muss schon gut betucht oder einfach vernarrt in diese Technik sein, um die extrem hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten zu schlucken. Wer sich bei der iWatch über 100 Euro rauf oder runter Gedanken machen muss, sollte das Projekt iWatch für sich persönlich nicht weiter verfolgen. Die iWatch liegt im Preissegment eines Iphones und eine Reparatur der iWatch ist immer im deutlichen dreistelligen Bereich.

Aber egal wie: Die breite Masse ist längst dabei, sich mit Wearables auszustatten und die Anschaffungskosten scheinen nicht das Problem zu sein. Ein weltweit milliardenschwerer Markt wartet auf die Entwickler der Wearables. Hoffen wir nur, dass das Zusammenspiel mit dem bei uns so beliebten iPhone in Verbindung mit der integrierten Sprache des iPhone auch für uns einmal eine echte Hilfe sein wird. Auf jeden Fall muss hier auch in Punkto Datensicherheit noch Einiges getan werden. Jedes Wearable, das am Körper getragen wird, strahlt bergeweise Infos an irgend einen Empfänger, der irgendwo im Internet unsere persönlichen Daten auswertet. Wenn ich da an Twitter, Facebook und GOOGLE denke, nähern wir uns bald dem gläsernen Menschen, und jeder muss für sich persönlich entscheiden, wie weit er sich und seinen Körper öffnet.


Navigation:
Zurück zur Übersicht der Fachbegriffe