Fachbegriffe leicht gemacht:

USB-Stick

Begriffsbestimmung

Dieses Wortungetüm besteht aus zwei Teilen, die wir unterscheiden müssen. Zunächst ist da also die Buchstabenkombination `USB`. Natürlich verbirgt sich dahinter - wie fast immer - ein englischer Begriff. Er lautet `Universal Serial Bus` und steht für die Anschlusstechnik von externen Geräten an einen Computer.

Früher verfügten PCs nur über so genannte serielle und parallele Anschlüsse für externe Geräte wie Drucker oder Scanner. Langjährige PC-Nutzer denken sicherlich - wie ich - mit Schrecken an diese Zeit zurück, denn damals ging nichts ohne Treibersoftware, die zuerst mühsam installiert werden musste. Vielleicht schuf Apple, gefolgt von Microsoft, wohl auch deshalb diese geniale neue Anschlusstechnik mit einfachen Steckern, die auch wir bequem einsetzen können.

Geschichte der Sticks

Die ersten USB-Anschlüsse gab es bereits unter Windows 98. Sie waren allerdings nicht annähernd so komfortabel wie heute. Wer heute unter Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 arbeitet und einen externen Massenspeicher via USB-Kabel an den laufenden PC anschließt, braucht sich keine Gedanken mehr zu machen, ob der PC das Speichermedium kennt oder nicht. Man steckt es ein und wartet einige Sekunden, und schon wird dieser Massenspeicher vom Betriebssystem als eigenes und damit als neues Laufwerk erkannt. Im Windows-Explorer oder Arbeitsplatz finden Sie nun einen neuen Laufwerksbuchstaben vor, über den Sie auf das USB-Gerät zugreifen können. Faszinierend ist es - gestatten Sie mir einen kleinen Ausflug - zu beobachten, wenn man einen Standarddrucker, beispielsweise von HP, anschließt. Sogar dieser wird nach wenigen Sekunden erkannt und ist sofort betriebsbereit.

Betriebskonzept

Das Wort `USB-Speicher-Stick` ist ein deutscher Scheinanglizismus, der in englischen Sprachgebieten nicht verwendet wird. Die Eindeutschungen `USB-Stift` oder `USB-Speicherstab` sind ungebräuchlich. Die Bezeichnung `USB-Flash-RAM-Drive` meint die Technik allgemein und ist nicht auf stiftförmige Geräte beschränkt. Im Englischen ist `USB-flash-drive` die gebräuchlichste Bezeichnung für einen USB-Speicherstick. Gelegentlich wird auch der Begriff `USB-Memory-Stick` verwendet, der eine geschützte Marke der Firma Sony ist. Beim USB-Speicherstick handelt es sich um ein Speichermedium in einem kompakten Gehäuse. Die Daten werden elektronisch auf einem Flash-Speicher gesichert. Der israelische Ingenieur, Erfinder und Geschäftsmann Dov Moran gilt als der Erfinder dieses Konzeptes.

Ich nutze seit vielen Jahren solche Sticks und bin rundum zufrieden. Sie sind sehr klein und haben - gemessen an den alten Disketten - eine enorme Speicherkapazität, die inzwischen im Bereich mehrerer Gigabyte gelandet ist.

Lebensdauer der Sticks

Anerkannte Verfahren zur Prüfung der Lebensdauer und Robustheit von USB-Speichersticks gibt es nicht. Nach Herstellerangaben bleiben darauf gespeicherte Daten bis zu zehn Jahre lang erhalten. Die Speicherzellen der Sticks sind nämlich von Verschleiß betroffen. Gelesen werden können sie zwar theoretisch unbegrenzt, jedoch garantieren die Hersteller nur 100.000 Schreibzyklen pro Speicherzelle. Deshalb sorgt die Controller-Elektronik dafür, dass häufig benutzte Speicherstellen, beispielsweise die FAT (Daten-Zuordnungstabelle), physikalisch auf immer wieder wechselnden Bereichen zu liegen kommen. Bei mobilen Anwendungen wie etwa OpenOffice.org Portable sind die Schreibzugriffe gleichermaßen optimiert.

Was bedeutet die Zahl 100.000 Schreib- und/oder Lesezugriffe? Gehen wir davon aus, dass man täglich hundertmal auf den Stick zugreift, wird er mit Sicherheit drei volle Jahre zuverlässig seinen Dienst tun. Man wird solche Zugriffszahlen aber in der Praxis kaum erreichen, und wer seinen USB-Stick nach drei oder vier Jahren vorsichtshalber austauscht, darf immer auf ein sicheres Speichermedium hoffen. Die Anschaffungskosten solcher Sticks sind zu vernachlässigen, wenn man für seinen persönlichen Bedarf einen 4-GB-Stick nutzt. Solche Sticks kosten nur wenige Euro.

Informationen zur Geschichte

Die ersten Sticks kamen im Jahr 2000 mit einer Speicherkapazität von 8 Megabyte auf den Markt. Mittlerweile gibt es Produkte mit einer Kapazität von bis zu 256 Gigabyte mit 20 MB/s Lesegeschwindigkeit und 10 MB/s Schreibgeschwindigkeit (Stand: Juli 2009). Es gibt sogar auch wasserdichte Modelle. Ihr Sinn bleibt dem Autor allerdings verborgen. Gelegentlich ist portable Software vorinstalliert, beispielsweise zur Datenverschlüsselung auf dem Stick. Die maximalen Datenraten für USB-Sticks liegen mittlerweile (September 2009) bei 35 MB/s für das Lesen und 30 MB/s für das Schreiben. Die Abmessungen von USB-Sticks werden immer geringer. Die kleinsten Sticks haben inkl. Schutzkappe eine Abmessung von lediglich 19,5 mm x 15,5 mm x 7 mm (Stand Juni 2010).

Nachteile in der Praxis

Die Nutzung und Datenübertragung mittels Speichersticks kann generell zu Sicherheits- und Urheberrechtsproblemen, beispielsweise in Unternehmen, führen, da ihre Nutzung nicht der Kontrolle und Wartung durch die Systemadministratoren unterliegt. Das betrifft nicht nur Lizenz- und Update-Probleme mobiler Software, sondern auch den Datenaustausch mit Computern außerhalb der Firma, wodurch potenzielle Schadsoftware eingeschleust werden kann und Daten unkontrolliert aus der Firma gegeben werden können. In vielen Unternehmen ist der Einsatz mobiler Datenträger daher verboten oder auf spezielle Anwendungsgebiete beschränkt. Zuweilen werden die USB-Anschlüsse von den Netzwerk-Administratoren aus den genannten Sicherheitsgründen deaktiviert. Für den privaten Einsatz gibt es eigentlich nur die bereits genannten Vorteile. Insbesondere durch das einfache Einstecken in einen x-beliebigen PC und die sofortige Betriebsbereitschaft kann der Datenaustausch als genial bezeichnet werden.

Weitere Funktionen

Einige USB-Massenspeicher kombinieren mehrere Funktionen miteinander. Die Grundfunktion ist meist die des Massenspeichers, der sich jedoch beispielsweise innerhalb einer Uhr oder eines Schweizer Taschenmessers befindet oder mit einem MP3-Player, mit einem Diktiergerät, einem Radio oder einer Digitalkamera kombiniert ist. Schließlich gibt es noch spezielle USB-Sticks, die man `U3-Stick` nennt. Darauf sind gleich Programme fertig installiert und lauffähig, so dass man mit solchen U3-Sticks sogar einen PC hochfahren kann.


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