Fachbegriffe leicht gemacht:

Pop und SMTP

Heute geht es um den Empfang und den Versand von E-Mails, ein Thema, das uns alle angeht. Wie ist es möglich, dass jeder PC weltweit an jeden PC eine elektronische Nachricht übermitteln kann, die auch der Empfänger lesen kann?

Die drei Buchstaben `POP` stehen für die englischen Worte `Post Office Protocol`. Dahinter verbirgt sich also eine Software, deren aktuelle Version Nummer drei ist. Die meisten Mail-Programme nutzen daher das POP3 (Post Office Protocol Version 3), was für sich genommen also eine Art Übertragungsstandard für die Datenübermittlung im Internet darstellt.

Wer schon einmal ein Mail-Konto eingerichtet hat, wird hier `pop` oder `pop3`, gefolgt von einem Domänen-Namen, für den Standard-Mail-Empfang angeben müssen. Der Domänen-Name ist hier der Name Ihres Providers, also Ihres Anbieters, der Ihnen eine Mail-Adresse zur Verfügung stellt. `POP` ist also ein Übertragungsprotokoll, über das ein Client E-Mails von einem E-Mail-Server abholen kann.

`POP3` ist ein ASCII-Protokoll, wobei die Steuerung der Datenübertragung durch Kommandos geschieht, die standardmäßig an den Port 110 geschickt werden. Eine ständige Verbindung zum Mail-Server ist bei `POP3` nicht notwendig. Die Verbindung zum Server wird bei Bedarf vom Client aufgebaut und danach wieder beendet. `POP3` ist in der Funktionalität sehr beschränkt und erlaubt nur das Auflisten, Abholen und Löschen von E-Mails am E-Mail-Server.

Wie ging es eigentlich damit los?

`POP3` wurde erstmals im November 1988 eingesetzt. Davor gab es natürlich `Pop1` und `Pop2`, die aber aus technischen Gründen bald nicht mehr eingesetzt wurden. `POP3` entspricht `POP1` und `POP2` in der grundsätzlichen Form. Die Vorgehensweise des Mail-Abrufs unterscheidet sich vor allem dadurch, dass die Notwendigkeit der Empfangsbereitschaft des Clients wegfällt und dass der korrekte Empfang einer Mail nicht mehr bestätigt zu werden braucht. Die geringere Komplexität und das Vorhandensein von `übersichtsbefehlen` wie `STAT` und `LIST` gehören zu den Merkmalen von `POP3`. Auch ist `POP3` von Anfang an genauer und ausführlicher beschrieben. Das `POP3`-Protokoll ist in allen verbreiteten E-Mail-Programmen integriert, wie wir bereits oben erfahren haben. Andernfalls wäre die weltweite Kommunikation kaum möglich.

Für weitere Funktionen wie hierarchische Mailboxen direkt am Mail-Server, der Zugriff auf mehrere Mailboxen während einer Sitzung, die Vorselektion der E-Mails usw. müssen andere Protokolle wie `IMAP` verwendet werden.

Als Gegenstück zu `POP3` ist für das Versenden von E-Mails üblicherweise in Clients und Servern das `Simple Mail Transfer Protocol` (SMTP) implementiert.


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