Fachbegriffe leicht gemacht:

Klickfarmen

Man staunt, worauf die Menschen so alles kommen! Dem Einfallsreichtum sind wohl keine Grenzen gesetzt. Der Suchdienst `Google` setzt nun eine neue Programmversion seines Programms `Panda` gegen so genannte Klickfarmen ein. Nur - was bitte sind nun schon wieder `Klickfarmen`?

Die Schlagzeile:
"Google kickt nervige Null-Inhalte raus!"
wird der PC-Fachmann schnell verstehen. Doch darum geht es hier nicht.

Der Suchdienst `Google` sortiert neu: Die neu entstehenden Ergebnislisten wurden sozusagen umgepflügt. Seiten, die mit nichtssagenden Inhalten Klicks sammeln, sind die Verlierer. Man muss sich das so vorstellen: Je häufiger eine Internet-Seite via Google-Suche aufgerufen wird, desto weiter rutscht diese Seite in der Ergebnisliste der Suche bei Google nach oben. Wenn eine Seite vielleicht heute auf Position 33 erst erscheint und diese Seite Hunderte oder Tausende Male aufgerufen wurde, so rutscht diese Seite nun wegen der eingangs erwähnten Software in der Suchanzeige immer weiter nach oben und landet bald auf einer der ersten Plätze. Das genau ist das Ziel von Firmen, die Ihre Produkte vermarkten wollen.

Hier ist ein konkretes Beispiel, wie es gemacht wurde: Kürzlich hat es in Berlin einen Engländer sozusagen `erwischt`. Über die Jahre hatte sich der Brite mit seiner Ein-Mann-Fitness-Seite ganz langsam in der Google-Suchliste hoch gearbeitet. Zuletzt kam er auf 20.000 Seitenaufrufe pro Tag und konnte von den Werbeeinnahmen ganz gut leben - aber nur so lange, bis Google seine Suchtechnik änderte! Plötzlich war vieles anders und manches nicht mehr dort in den Trefferlisten, wo es vorher textfar gewesen war. Die Seite des Briten rutschte mit einem Schlag ziemlich weit nach unten und die Werbeeinnahmen gingen den Bach hinunter. Der Grund: Google hatte den Algorithmus, also die Regel, nach der die Suchmaschine Seiten untersucht, auflistet und einreiht, geändert. Das Ziel der Veränderung sei es, so schreibt der Google-Ingenieur Amit Singhal im offiziellen Google-Blog, Seiten mit Qualitäts-Inhalten höher und schlechte Seiten weiter unten in der Ergebnisliste zu platzieren. Das Update soll eine Sorte von Websites abstrafen, die man als Content Farm bezeichnet: billige Inhalte, mit denen Suchende auf Werbeangebote gelockt werden.

Eigentlich ist das nichts Ungewöhnliches. Das Unternehmen schraubt ständig an seinem Algorithmus herum. Doch noch nie waren die Auswirkungen so deutlich zu spüren wie dieses Mal. Suchmaschinen-Experten sind sich einig: Panda ist eine kleine Revolution.

Texte für wenige Dollar aus Indien

Eine ganze Branche hat sich darauf spezialisiert, mit billigen Texten auf nichts sagenden Websites möglichst viele Klicks und damit viel Werbegeld einzusammeln. Die Artikel sind `optimiert`, allerdings in der Regel nicht auf die Bedürfnisse der Nutzer, sondern auf die Kriterien, die bei Google bislang galten, um eine Seite in der Suchliste nach oben zu schieben. Solche Textfarmen halten zu häufig gesuchten Begriffen gleich mehrere Artikel gleichzeitig vor, die sich inhaltlich kaum voneinander unterscheiden. Das trendige Suchwort kommt gehäuft im Text vor, aber vor allem in der Überschrift.


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