Fachbegriffe leicht gemacht:

Fair Phone

Und wieder kommt etwas Englisches zu uns. Der Begriff `Fair Phone` besteht, wie man unschwer erkennt, aus zwei Teilen. Aus dem Begriff Fair und Phone. Also haben wir es hier mit einem Telefon zu tun, das vom Hersteller als fair und damit als `ausgewogen`, `gut`, `angemessen`, `gerecht`, `menschenwürdig`, `praxisnah` und eben als `fair` bezeichnet wird. Wir kennen Kaffee oder Tee aus dem sogenannten fairen Anbau. Was aber hat das knallharte Elektronik- und Smartphone-geschäft mit dieser absolut unwirtschaftlichen Produktionsidee zu tun oder gar mit Fairness?

Was ist das nun und was meint der Hersteller damit?

Der Hersteller spricht von seinem freundlichen Android-Handy, an dem man selbst Hand anlegen und daran herumschrauben soll. Eine erschreckende Vorstellung, wenn wir an die Miniaturisierung der heutigen Smartphones denken. Bis Herbst 2013 wurde über das erste weitgehend fair hergestellte Smartphone nur geredet, kürzlich konnte man es erstmals anfassen. Bei der Präsentation in London gab es etwas völlig Neues: Man sollte mitmachen und an den Smartphones selbst herumschrauben. Die nötigen Schraubendreher brachte der Hersteller gleich selbst mit. Vor diesem Hintergrund staunte die Fachwelt nicht schlecht, als es zünftig und praxisnah zur Sache ging. Nicht wie bei neuen Apple-Geräten oder Samsung-Smartphones üblich, wurde die öffentlichkeit in Glimmerglanz und jede Menge Show entführt. Hier war alles ganz anders. Statt Journalisten in ein schickes Auditorium zu laden, baten die Fairphone-Macher ihre künftigen Kunden in einen mit Tapeziertischen möblierten Store in London. Es war schon merkwürdig, denn zu allem überfluss lag der Laden im Vergnügungsviertel Soho. Dort sollten jene, die Interesse an dem fair produzierten Handy haben, schon mal einen Blick darauf werfen können.

Ungewöhnlich war auch, wie die Mitarbeiter des Projekts ihr Smartphone zeigten, nämlich nicht von einer Bühne herab, sondern sie setzten sich mit ihren Kunden an einen Tisch und servierten ihnen stilles Wasser und die Schraubendreher.

Ein Smartphone für Schrauber

Die Transparenz und Offenheit gilt beim Fairphone Programm, auch was das Innenleben des Geräts angeht. Viele Details über das erste Smartphone, das aus fair gehandelten Rohstoffen von fair bezahlten Arbeitern in China hergestellt wird, waren längst bekannt. Doch die Gäste in London durften eben auch selbst daran herumschrauben. Mit dem bereitgestellten Werkzeug sollten sie das Smartphone komplett zerlegen und wieder zusammenbauen. Die Bastelstunde sollte zeigen, dass das Handy im Notfall keine teure Werkstatt braucht, sondern vom Anwender am eigenen Küchentisch und zum Preis des jeweiligen Ersatzteils in Eigenregie repariert werden kann. Also wenn das keine geniale Idee ist, dann weiß ich nicht, was gut ist! Kein wochenlanges Warten auf eine Reparatur, kein ärger mit einer schlechten Reparatur und so weiter.

Trotzdem sieht das Handy nicht nach einem Bastelprojekt aus. Mit seiner metallisch glänzenden Rückwand und den abgerundeten Kanten wirkt es eher wie eine Mischung aus einem Galaxy S3 und einem iPhone 5. Mit etwas Abstand kann man das Fairphone auf den ersten Blick durchaus mit dem Apple-Handy verwechseln. Das mit 4,3 Zoll nicht besonders große Display zeigt 960 x 540 Pixel an, kommt damit auf eine Pixeldichte von 256 Punkten pro Zoll. Nach außen öffnete sich der in London gezeigte Prototyp mit einer Headset-Buchse und einem USB-Anschluss. Natürlich sind GPS, Bluetooth und ein W-Lan-Modul an Bord, aber unterwegs muss man sich mit HSPA begnügen. Der schnelle LTE-Datenfunk fehlt ebenso wie NFC. Weder ein Headset noch ein Ladekabel werden mitgeliefert. Die Macher gehen davon aus, dass die Nutzer solches Zubehör meist schon besitzen und sie - im Sinne der Nachhaltigkeit - recyclen.

Das Betriebssystem

Als Betriebssystem dient dem Fairphone Googles Android Version 4.2. Später sollen sich Nutzer alternative Betriebssysteme wie Firefox OS oder Ubuntu aufspielen können. Doch schon jetzt haben die Fairphone-Programmierer Android um ein paar Funktionen erweitert. So wird der Bildschirm automatisch dunkler, wenn der Akku schwächer wird. Außerdem gibt es die so genannte "At peace with your phone"-Funktion: Per Knopfdruck kann man SMS oder Push-Nachrichten von Apps vorübergehend blockieren, um nicht gestört zu werden. Außerdem bietet das Fairphone Platz für zwei Sim-Karten. In Europa werden solche Handys gerade erst populär, in Asien sind sie längst üblich. Dort wird häufig ein Slot für eine private, der andere für die geschäftlich genutzte Sim-Karte verwendet. Selbst wenn es in Europa nur mit einer Sim genutzt wird, so der Gedanke, könnte es nach seiner normalen Lebensdauer noch als Dual-Sim-fähiges Recycling-Handy genutzt werden.

Was kostet das?

Der Preis, so meine Internetsuche, liegt bei 325 Euro für das Fairphone. "Ich hätte nicht gedacht, dass man ein Handy mit diesen Funktionen, mit fair produzierten Bauteilen und fairen Löhnen zu diesem Preis bauen kann", sagt ein Kunde, der für die Präsentation extra mehrere Stunden aus Sheffield angereist ist. Dass die Technik nicht Oberklasse ist, stört ihn nicht: "Vielleicht ist die Kamera nicht die beste auf dem Markt, aber das Handy sieht nicht nach öko aus, sondern ist edel und schnell und bietet mir dank Android viele Freiheiten." Man wolle ja auch gar nicht mit der Oberklasse mithalten oder technisch Neues bieten, betont Fairphone-Chef Bas van Abel. Seine Kundschaft sieht er nicht in den Early-Adopters, die immer das Neueste haben wollen, sondern in denen, die pragmatisch nach einem Handy suchen, das beispielsweise durch offene Software noch verbessert werden kann. Die beim Fairphone immer wieder beschworene Offenheit gehört zu den Kernkompetenzen:

"Wir wollen den Leuten die Hoheit über ihr Smartphone wieder zurückgeben." Für unseren Personenkreis ist dieses Smartphone wohl kaum geeignet, aber dennoch halte ich es für wichtig, dass wir über derartige Entwicklungen informiert sind. Sobald die Sprachsteuerung des Android-Betriebssystems weiter ausgereift ist, wäre so ein Gerät auch für uns ganz toll, stellt es dann doch eine preiswerte Alternative zum iPhone dar und hat für uns dann auch den Vorteil, dass wir verbrauchte Akkus selbst tauschen können.

Technische Details

Einige technische Informationen habe ich aus dem Netz tzusammengesucht:
Erhältlich in Deutschland, Der Schweiz und Österreich
Preis: 325 €
Betriebssystem: Android Version: 4.2 Jelly Bean
Prozessor: MediaTek MTK6589 ( 1.200 MHz )
Anzahl Kerne: Quad-Core
Grafikchip: PowerVR SGX 544
ROM / RAM Nicht bekannt / 1 GByte
Netz: Netzmodus TriMode
Netzstandards: GSM UMTS WLAN CDMA DECT LTE WiMax
Frequenzen:
- GSM QuadBand 850, 900, 1800, 1900 MHz
- UMTS DualBand 900, 2100 MHz
- LTE Nein
Strahlung sehr gering (0,2-0,4 W/Kg)
SAR Wert 0,318 W/kg
Flugzeugmodus Ja
Format Barren
Höhe x Breite x Tiefe:
12,3 x 6,45 x 0,98 cm
Volumen: 77 cm³
Gewicht: 165 g
Gehäusematerial:
- Kunststoff
- Aluminium,
- Gorilla-Glas,
- Gummi (oder gummiert),
- Mineral-Glas,
- Polycarbonat

Highlights

Fair gehandelt und gebaut
- Kein Netzteil und keine Kopfhörer, um die Umwelt zu schonen
- Datenübertragung: GPRS Ja
Klasse 12
Upload maximal 57,6 KBit/s, Download maximal 57,6 KBit /s
HSCSD Nein
EDGE Ja
Geschwindigkeit: maximal 217,5 KBit/s
UMTS Ja
Download: 384 KBit/s, Upload: 64 Kbit/s
HSDPA Ja
42,2 MBit/s
HSUPA Ja
11,5 MBit/s
LTE Nein
WiMax Nein
WLAN Ja
Standard IEEE 802.11b (11 MBit)
IEEE 802.11g (54 MBit)
IEEE 802.11n (600 MBit)
IEEE 802.11a
IEEE 802.11ac
Band 2,4 GHz 5 GHz
Verschlüsselung WEP, WPA, WPA2
DLNA zertifiziert Nein
Wi-Fi direct Ja
Infrarot Nein
Bluetooth Ja
Version: Nicht bekannt
Profile
A2DP, AVRCP, BIP, BPP, SPP
Modem / Tethering
Daten / Fax Ja / Nein
Art
Kabel, W-Lan
Bluetooth, Infrarot
Schnittstellen/Anschlüsse :
Datenkabel verfügbar Ja
USB/ POP-Port Schnittstelle Ja
USB-Version 2.0
Laden per USB Ja
USB Massenspeicher Ja
USB-OTG (on the go) Nein
MHL (Mobile High-Definition Link) Nein
Größe-USB Anschluss Micro
Serielle Schnittstelle Nein
UPnP Ja
TV-Out Nein
HDMI Schnittstelle Nein
Klinke Anschluss 3.5 mm
NFC (Near Field Communikation) Nein
VoIP Ja
Protokolle SIP Skype
GPS Ja
Modulbezeichnung: Nicht bekannt
GPS-Berechnung erfolgt OffBoard
GPS-Software Google Maps
TMC Nein
A-GPS Ja
Kompass Ja
Achsen 3-Achsen
Datei Manager Ja
flexibler Speicher Ja
Größe: 16 GByte
Speicherkarten Ja
max. 64 GByte
Arten
Micro SD, Micro SDXC, microSDHC
top
Hardware:
SIM-Karten-Format: Mini-SIM
Dual SIM Ja
Betriebsart: gleichzeitig
externer Antennenanschluß Nein
Antenne integriert
Steuerung Jogdial Nein
Joystick Nein
Bewegungssensor Ja
Hardware-Tastatur Nein
Nav-Key Nein
Touchpad Nein
Menüsteuerung Bewegungssensor, Touchscreen
Gerätetasten:
- Power-Taste,
- Volumen-Taste
- Kamerataste,
- Menütaste
- SOS-Notruftaste: Nein
- Sensor: Bewegungssensor
6-Achsen
- Beschleunigungssensor: Ja
- Gyroskop: Ja
- Näherungssensor: Ja
- Helligkeitssensor: Ja
- Fallsensor: Nein
Schnellwahltasten:
- Hotkeys / Smartkeys Nein
- Tastatursperre Nein
- LED-Benachrichtigungsanzeige Nicht bekannt
- Wechselschalen Nein
Gerätefarben: schwarz/silber
resistent gegen
- Wasser: Nein
- Spritzwasser: Nein
- Staub: Nein
- Stöße: Nein
- Höhenmesser: Nein
- Thermometer: Nein
- Taschenlampe: Ja
Farbe Beleuchtungen:
- Display weiss
- Tastatur weiss
- öse: Nein
Energie:
Akku Li-Ion
Leistung 2.000 mAh
Austauschbar Ja
Notbetrieb mit Normalbatterien Nein
Maximale Ladezeit 2 h
Induktives Laden Nein
Anzeige restliche Akkuleistung
- in Prozent: Ja
- in Minuten: Nein
- als Symbol: Ja
Display:
- Touchscreen: Ja
- Multitouch: Ja
- Stifteingabe: Nein
- Handschrifterkennung: Nein


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