Fachbegriffe leicht gemacht:

Cloud

Was ist das?

Wer einige Jahre Englisch-Unterricht hatte oder technisch versiert oder zumindest interessiert ist, wird schon oft diesen Begriff gelesen oder gehört haben.

`Cloud`, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, heißt schlicht und ergreifend `Wolke`.

Was hat eine Wolke mit dem PC oder anderen technischen Geräten zu tun?

Die Sache ist so einfach wie genial. Jeder, der mag, kann sich im Internet auf irgend einem Server in irgend einem Land ein wenig Speicherplatz für sich selbst reservieren und auf diesen Speicherplatz weltweit mit einem PC oder einem Smartphone zugreifen.

Der bekannteste Anbieter solcher Speicher ist wohl die `Dropbox`. Die Bezeichnung einer Cloud ist gleichzeitig auch der Name des Programms, das man installieren kann. Man bekommt von der `Dropbox` immerhin 2 GByte kostenlosen Webspeicher zur Verfügung gestellt und kann hierauf alle seine eigenen Dokumente, Briefe, Daten oder Musikstücke und so weiter speichern. Möchte man aber auch seine Filme sozusagen im Internet speichern, so kommt man mit 2 GB Platz natürlich nicht aus, kann aber beim Betreiber der Dropbox für einen monatlichen Obulus beliebig viel weiteren Speicherplatz anmieten.

Wie geht das nun?

Ich nehme hier die Dropbox als Beispiel, weil alle Anbieter solcher Cloud-Dienste grundsätzlich nach dem selben Verfahren arbeiten. Auf meinem PC habe ich nach der Installation des Programms `Dropbox` nun ein neues ICON auf dem Desktop meines Computers. Klicke ich dieses an, stehe ich im bekannten `Arbeitsplatz` - ab Windows Vista `Computer` genannt - und finde dort die von Dropbox angelegten Unterordner vor. Ich kann darin nun beliebig viele weitere Unterordner anlegen und in diese Unterordner alle Dateien und Dokumente hineinkopieren, die ich möchte.

Sie fragen nun vielleicht:
"Was soll der Quatsch? Die Infos sind doch schon alle auf dem PC!"
Die Antwort lautet: Das stimmt, aber jetzt beginnt ja erst der Spaß, und jetzt zeigen sich erst die eigentlichen Vorteile, die man durch die Dropbox hat.

Unmittelbar nachdem Sie Ihre Dateien in den Dropbox-Ordner auf Ihrer Festplatte kopiert haben, werden alle diese Dateien über eine stehende Internet-Verbindung auf dem Server-Computer der Dropbox ins Internet kopiert und dort auch gespeichert. Zu dieser Aktion müssen Sie nichts beitragen, weil diese Verwaltung vollkommen automatisch im Hintergrund passiert.

Was bringt das?

Und jetzt wird es spannend. Ich nehme nun einen zweiten PC und installiere auch darauf das Programm `Dropbox`. Bei der Installation gebe ich an, dass ich bereits eine Dropbox habe, und gebe die früher erhaltenen Anmeldedaten wie Benutzername und Kennwort an, die ich bei der allerersten Installation der Dropbox erhalten habe.

Kaum ist die Installation auf dem zweiten PC fertig, werden alle Dateien, die in meiner Internet-Dropbox irgendwo auf dieser Welt gespeichert sind, automatisch auf diesen PC heruntergeladen und in dessen Dropbox gespeichert. Somit habe ich also immer auf beiden PCs die selben Dateien im Dropbox-Ordner!

Damit die Arbeitsweise noch deutlicher wird, machte ich einen kleinen Test. Ich schaltete zwei PCs ein, auf denen die Dropbox installiert ist und die beide eine Internetverbindung haben. Ich löschte nun auf einem PC im Dropbox-Ordner eine Datei. Nach wenigen Sekunden wurde wie von Geisterhand auch auf dem anderen PC genau diese Datei gelöscht. Einfach nur faszinierend und genial!

Ich nutze am Arbeitsplatz ebenfalls die Dropbox und kopiere mir diejenigen Dateien in den Dropbox-Ordner, die ich auch gerne Zuhause hätte. Komme ich abends heim und schalte den PC ein, wird meine heimische Dropbox anhand der Internet-Dropbox synchronisiert - also aktualisiert. Die Sache funktioniert also in alle Richtungen.

Wie geht das mit Smartphones?

Neben den Clouds für PCs gibt es für die Smartphones ebenfalls Cloud-Dienste. Ich meine, dass Apple mit seiner iCloud einer der ersten war, der den iPhone-Kunden einen derartigen Komfort seit vielleicht sechs oder acht Jahren anbietet. Jeder hat auf seinem iPhone dutzende kleine oder große Programme, die er irgendwann einmal im App Store gekauft hat. Ab und an kann man nun alle diese Programme in der iCloud von Apple speichern oder besser gesagt sichern. Das ist dann so wie ein Backup, und wenn das iPhone einmal kaputt geht, kann man dieses in der Cloud befindliche Backup wieder auf das iPhone zurückspielen. Apple hat das sogar so komfortabel gemacht, dass man auch sein neu erworbenes iPhone mit dem Backup vom alten iPhone neu aufsetzen kann.

Anders herum gesagt, ist das neue iPhone nach wenigen Minuten betriebsbereit.

Wie geht das mit dem Daten teilen?

Schließlich gibt es zur Cloud-Nutzung noch eine dritte Möglichkeit, die ähnlich wie die erste ist. Denken wir an große Dokumente, die von mehreren Menschen gleichzeitig genutzt und bearbeitet werden müssen. Hier sind Cloud-Dienste eine unglaublich komfortable Möglichkeit, weil jeder - egal wo er gerade ist und mit welchem Gerät er gerade arbeitet - via Internet auf die im Netz liegenden Dokumente zugreifen und diese editieren kann.

Und was ist mit der Sicherheit?

Tja, nun fällt uns umgehend NSA und die Datenspionage ein. Bei so vielen Vorteilen stoßen wir hier auf einen gewaltigen Nachteil.

Natürlich muss sich jeder Cloud-Nutzer via Benutzername und Passwort authorisieren, bevor er auf die Cloud-Inhalte zugreifen kann. Leider aber liegen fast alle Cloud-Dienste in den USA und unterliegen daher amerikanischem Recht. Der kritische Cloud-User sollte sich also zuvor genau überlegen, welche Daten er einer solchen Cloud anvertraut. Diese Wolken sind also nicht absolut, sondern nur relativ sicher, und wer sich den Umgang der Amerikaner mit persönlichen Daten klar macht, ist gut beraten, hier Vorsicht walten zu lassen. Das amerikanische Recht gerade gegenüber Ausländern ist wesentlich liberaler als beispielsweise das deutsche Datenschutzgesetz.

Aber immerhin hat Europa auch einige Cloud-Dienste zu bieten, die eben nicht unter amerikanisches Recht fallen. Aktuell haben wir drei europäische Alternativen:
a) TeamDrive aus Deutschland,
b) Jottacloud aus Norwegen und
c) Wuala aus der Schweiz.
Wer also eine möglichst sichere Cloud-Verwaltung wünscht, ist mit einer der drei genannten Cloud-Diensten vermutlich gut bedient.


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