Fachbegriffe leicht gemacht:

Blog

Ein Blog, auch `Web-Log` genannt, ist eine Wortkreuzung aus World Wide Web und Log für Logbuch. Ein Blog ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt.

Häufig ist ein Blog "endlos“, d. h. eine lange, abwärts chronologisch sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umgebrochen wird. Der Herausgeber oder Blogger steht, anders als etwa bei Netzzeitungen, als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben.

Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen. Meist sind aber auch Kommentare oder Diskussionen der Leser über einen Artikel zulässig. Damit kann das Medium sowohl dem Ablegen von Notizen in einem Zettelkasten und dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen als auch der Kommunikation dienen. Insofern ähnelt es einem Internet-Forum oder einer Mailing-Liste, je nach Inhalt aber auch einer Internet-Zeitung.

Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als bloggen bezeichnet. Die Deutsche Nationalbibliothek bezeichnet Blogs als `Internet-Publikationen`. An Weblogs werden jedoch laut Beschluss von 2002 keine ISSN Nummern vergeben.

Die Begriffe Blog, Blogger, Bloggerin und bloggen haben in den allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden und sind im Duden eingetragen. Die sächliche Form "das Blog" wird dort als Hauptvariante und die maskuline Form "der Blog" als zulässige Nebenvariante genannt.

Historie

Die ersten Weblogs tauchten Mitte der 1990er Jahre auf. Sie wurden Online-Tagebücher genannt und waren Webseiten, auf denen Internetnutzer periodisch Einträge über ihr eigenes Leben machten. Die ersten deutschsprachigen Weblogs waren Robert Brauns Weblog, Moving Target und die Cybertagebücher, die später dann von Aktion Sorgenkind übernommen wurden.

Ab 1996 wurden Dienste wie Xanga eingerichtet, die Internetnutzern auf einfache Weise das Einrichten eines eigenen Weblogs ermöglichten. 1997 wurde eines der ersten Blogs gestartet, das bis heute existiert, nämlich `Scripting News` von Dave Winer.

So wuchs Xanga von 100 Blogs im Jahr 1997 auf 20 Millionen im Jahr 2005. Seit einigen Jahren wird das "Bloggen“ auch geschäftlich in so genannten Corporate Blogs oder Unternehmens-Blogs genutzt. So betreiben viele Medien inzwischen eigene Blogs, um ihren Leserkreis zu erweitern und Feedback von ihren Lesern zu bekommen. Der US-amerikanische Wörterbuchverlag Merriam-Webster wählte die Kurzform "Blog“ sogar zum Wort des Jahres 2004.

In Deutschland betreiben laut der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse 8,4 % der Internetnutzer ein eigenes Blog. Weltweit soll es Anfang 2010 insgesamt etwa 200 Millionen Blogs gegeben haben.

Blog-Typen

Grundsätzlich lässt sich die Menge der Weblogs in zwei Kategorien unterteilen, nämlich in
* solche, die ähnlich dem Software-as-a-Service-Prinzip von einem meist kommerziellen Anbieter betrieben und beliebigen Nutzern nach einfacher Registrierung zur Verfügung gestellt werden, und
* solche, die von den jeweiligen Inhabern auf ihrem individuellen Server oder Webspace meist unter eigener Domain betrieben werden.
Bekannte Anbieter für Blog-Communities sind `Googles Blogger.com`, `WordPress.com` und `antville.org`. Daneben bieten auch einige soziale Netzwerke wie `MySpace` ihren Mitgliedern Blog-Funktionalitäten an.

Für den Betrieb eines individuellen Weblogs auf eigenem Webspace benötigt man eine entsprechende Weblog-Software, zumindest rudimentäre Kenntnisse in HTML und Kenntnisse der jeweils verwendeten Servertechnologie.

Da sich individuelle Weblogs sehr flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen, werden diese oft auch als reine Content-Management-Systeme eingesetzt, was sie rein technisch gesehen auch sind. Unter Umständen kann eine solche Konfiguration aber dazu führen, dass die entsprechende Webseite gar nicht als Blog wahrgenommen wird.

Zielsetzung

Während viele Blogs in den Blogcommunitys naturgemäß sehr stark auf den sozialen und kommunikativen Aspekt abzielen, finden sich unter den individuell gehosteten Blogs auch viele, die der publizistischen Meinungsäußerung oder dem Bereich der Kundenkommunikation zuzuordnen sind und dementsprechend unter die Regelungen des Telemediengesetzes, also unter anderem unter die Impressumspflicht fallen.

Software

Weblog-Software kann auf eigenem Webspace installiert oder als ASP-Dienst bei kostenlosen oder kostenpflichtigen Anbietern genutzt werden. Zu den bekanntesten Blog-Softwaresystemen gehören `Serendipity`, `WordPress`, `Movable Type` und `Textpattern`, die meist auf PHP basieren.

Mietangebote im deutschsprachigen Raum sind zum Beispiel `Livejournal`, `Twoday.net`, `Blog.de` oder `Blogger.de`.

Bei vielen Weblogs ist es möglich, eine eigene Meinung zu einem Eintrag zu veröffentlichen. Ein solcher Kommentar wird dann auf der gleichen Seite wie der Eintrag selbst oder als Popup angezeigt. Bei vielen Weblogs kann man jedoch festlegen, ob der Kommentar sofort angezeigt wird oder ob er moderiert, also vom Inhaber geprüft und dann freigeschaltet werden muss. Dies wird häufig angewandt, um Vandalismus und Spam in den Blogs zu verhindern.


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