Fachbegriffe leicht gemacht:

Akku-betriebene Klein-Computer

Dieses Mal versuche ich ein wenig Licht in das Durcheinander bei den tragbaren akkubetriebenen Klein-Computern zu bringen.

Die ersten tragbaren Computer

Was ein PC ist, braucht wohl hier nicht mehr erklärt zu werden. Die ersten transportablen und akkubetriebenen Computer gab es schon Mitte der achtziger Jahre - beispielsweise von der Firma Osborn. Das waren im Vergleich zu Heute riesige und etliche Kilogramm schwere Geräte mit einer sehr schwachen Akkuleistung.

Der Fortschritt bis heute

In den knapp 30 Jahren hat sich in diesem Bereich Gravierendes verändert.
* Die Bauteile sind Wesentlich kleiner geworden und erlauben kleinere Geräteabmessungen.
* Die Akkus sind extrem gut und langlebig geworden.
* Die Prozessoren sind superschnell und Strom sparend.
Wer heute zum Mediamarkt oder Saturn oder Conrad geht, findet sich vor einem Wirrwarr an transportablen Kleincomputern wieder. Alle diese Geräte haben folgendes gemeinsam:
* Sie laufen mit Litium-Ionen-Akkus mit einer Mindestlaufzeit von 3 Stunden.
* Sie besitzen eine Tastatur ohne Zahlenblock.
* Sie besitzen einen klappbaren Bildschirm.
* Sie haben mindestens 2 USB-Anschlüsse.
* Sie haben einen Kopfhöreranschluss und einen Mikrofoneingang.
* Sie verfügen über einen Netzwerkanschluss.
* Sie haben kein Diskettenlaufwerk mehr.
* Sie besitzen TFT-Flachbildschirme in Größen zwischen 10,4 und 20 Zoll mit Bildauflösungen zwischen 1024 mal 768 und 1920 mal 1200 Pixel.
* Sie besitzen Breitbild-Formate 16:10 und 16:9 (grundsätzlich).
Tja, und damit sind wir am Ende der Gemeinsamkeiten.

Tablet-Pcs

Vorab ein paar Zeilen zu den so genannten Tablet-PCs, die sich nicht einfach in die Gruppe Notebook oder Netbook einordnen lassen. Anfang 2010 stellte die Firma Apple den ersten Tablet-PC vor und nannte ihn iPad. Alle Geräte dieser Firma haben als Markenzeichen bzw. als Typenbezeichnung ein beginnendes klein geschriebenes i, gefolgt von dem Großbuchstaben P und dahinter dann die genaue Gerätetyp-Festlegung. Wir haben also unter anderem das iPhone als Handy, den iPod als MP3-Player und das iPad. Das iPad ist mit einem dünnen Aktenordner vergleichbar und passt in jede Aktentasche. Wer in den Bundestag schaut, wird sehen, dass sich dieses Gerät großer Beliebtheit erfreut. Es lässt sich nicht in die Reihe der üblichen PC-basierten transportablen Unterwegs-PCs einordnen. Das liegt zum Einen daran, dass dieses Gerät nicht die übliche eingebaute Festplatte hat, sondern über stoßunempfindliche Festspeicherchips verfügt und statt einer Tastatur einen hochauflösenden brillanten Touch-Screen hat. Diesen englischen Begriff kann man mit `berührungsempfindlicher Bildschirm` übersetzen. Möchte man etwas schreiben, so kann man eine auf dem opulenten, fast 10 Zoll großen Bildschirm sichtbare Tastatur einblenden, die gewünschten Buchstaben berühren und so seine Texte schreiben. Für einen Blinden ist es also grundsätzlich nicht möglich, auf einem iPad Texte zu schreiben.

Allerdings baut Apple in seine Geräte eine durchdachte Sprachausgabe ein, die eine Bedienung der einfachsten Funktionen durchaus erlaubt. Zudem gibt es inzwischen Hersteller, die externe Tastaturen anbieten. Damit ist der Einsatz des iPad auch durch Blinde grundsätzlich möglich. Das iPad würde ich als Auge des Internets bezeichnen, denn durch sein sehr großes und extrem kontrastreiches Display bietet es auch für Sehbehinderte ein tolles Bild. Auch tagsüber ist die Arbeit mit diesem Gerät durchaus erfreulich. Das iPad verbindet sich via Handyfunknetz mit dem Internet und bietet so alle aus dem Netz bekannten Möglichkeiten. Hierneben kann man auch Texte und Mails schreiben und Office-Anwendungen mit den von Apple angebotenen Programmen nutzen.

Warum ist das iPad nun kein Netbook? Der Grund liegt darin, dass man keine Externen normalen Datenspeicherquellen anschließen kann, um so eigene Programme ins iPad zu bringen. Die Erweiterungen mit Programmen - die man Apps nennt, können nur von der Apple-Homepage heruntergeladen werden. Manches davon ist kostenlos. Ein Klick auf das gewünschte Zusatzprogramm genügt, und schon wird das eigene Bankkonto mit dem Programmpreis belastet und das Programm ist installiert und bereit. Das ist wirklich recht komfortabel. Über die Vor- und Nachteile eines solchen Marketing-Konzepts soll aber hier nicht diskutiert werden.

Auf der Cebit 2011 wurden nun weit über 100 neue Tablet-PCs vorgestellt. Sie sind vom Konzept dem Apple-Gerät vergleichbar. Die dünnsten Tablet-PCs sind nur 14 mm dick und wiegen unter 500 Gramm. Schließt man an solche Tablet-PCs eine Dockingstation an, hat man durch die nun verfügbare Tastatur ein Notebook. Diese Geräte gibt es im edlem Design und in Plastikausführung, wobei Letztere für den Geschäftsmann oder statusbewussten Nutzer kaum in Betracht kommen dürfte.

Was soll man sich nun kaufen?

Zunächst muss sich jeder genau den Einsatzbereich überlegen, ob er überhaupt und wo er einen mobilen PC benötigt. Alle vorgestellten Gerätetypen können ins Internet, Mails versenden oder Texte aufnehmen. Etliche haben sogar eine Web-Kamera im Bildschirm eingebaut. Für blinde PC-Nutzer sind alle Geräte geeignet, wenn man diese mit einem Screenreader ausstattet. Sie erfahren nun, was ein Desknote, ein Laptop, ein Notebook, ein Subnotebook, ein Ruggedized-Notebook und ein Netbook ist.

Laptops oder Notebooks

Der oder das Laptop ist die Bezeichnung für einen mobilen Computer, der auf dem Schoß Platz findet. Ende der 1980er Jahre führte Toshiba die Bezeichnung `Notebook` ein, um besonders kompakte und leichte wie ein Notizbuch wirkende Geräte besser vermarkten zu können. Im englischen Sprachraum wird oft die Bezeichnung Laptop benutzt oder aber auch vermehrt Notebook bzw. Notebook Computer. Wenn ich hier von Laptops oder Notebooks spreche, meine ich also immer den selben Gerätetyp. Die Leistung von typischen Notebooks ist den Desktop PCs der gleichen Generation aber aus mehreren Gründen unterlegen. Der Hauptgrund ist das Problem der Kühlung von Prozessoren. Im mobilen Bereich setzt man bewusst auf langsamer taktende Prozessoren, weil diese weit weniger heiß werden, und man setzt weniger parallel laufende Prozessorkerne ein. Das spart sehr viel Strom, Gewicht und Wärmeentwicklung. Gleichwohl sind heutige Notebooks mit Duoprozessoren und einer Taktung von 2 Ghz durchaus nicht ungewöhnlich. Bei Aufgaben wie CAD oder 3DSpielen, die hohe Anforderungen an die Hardware stellen, sind Desktop-Rechner aber weiterhin die bessere Wahl.

In den letzten Jahren werden vermehrt auch großformatige Notebooks mit mehr als 17 Zoll Bilddiagonale angeboten. Je nach Ausrichtung sind dabei mehrere Festplatten, zwei Grafikkarten und leistungsstarke Desktop-Prozessoren möglich. Unter dieser Ausstattung leidet allerdings die Akkulaufzeit, die im Leerlauf oft unter zwei Stunden liegt und sich unter Last noch einmal halbiert. Ebenso sind die Geräte sehr schwer, teils über 5 Kilogramm, und daher eher als Ersatz für einen Desktop-PC zu sehen.

Aber auch Standard-Laptops sind heute durchaus leistungsstark genug, um bei alltäglichen Aufgaben einen Desktop-Rechner zu ersetzen. Das macht sich auch in den Verkaufszahlen bemerkbar - inzwischen werden in Europa wesentlich mehr Notebooks als Desktop-PCs verkauft. Sie machten 2008 bereits 55 % aller verkauften PCs (bei Privatkunden sogar 70 %) aus. Es ist sicherlich ihr geringer Platzbedarf und die Flexibilität, via WLan - also per hauseigenem Funknetz - ins Internet gehen zu können.

Ein Nachteil gegenüber einem Desktop-PC ist die erschwerte Austauschbarkeit und Auswahl einzelner Systemkomponenten. Während der Käufer eines Desktop-PCs auf eine Vielzahl von der Bauform her genormter Austauschkomponenten zurückgreifen kann, ist er bei einem Notebook - je nach Hersteller - mehr oder weniger auf die Ersatzteile des Herstellers angewiesen. Probleme ergeben sich beim Austausch weniger durch die technischen Spezifikationen der einzelnen Komponenten als vielmehr durch das Design der Notebookgehäuse. Auf der anderen Seite ist die Nutzungszeit solcher Geräte mit drei oder vier Jahren sicherlich realistisch angesetzt, so dass Reparaturen in aller Regel nicht anfallen sollten. Werden sie trotzdem nötig, entstehen wegen der Spezialersatzteile höhere Reparaturkosten.

Desknotes

Der Hersteller Elitegroup hat 2002 eine neue Geräteklasse eingeführt, die so genannten `Desknotes`. Diese Notebooks werden als Desktop-Ersatz verkauft und sind für diesen Zweck speziell angepasst, indem auf Strom sparende Technik für den Mobileinsatz und hochkapazitative Akkus verzichtet wird. Dieser Gerätetyp setzte sich bislang nicht durch, da sein einziger Vorteil gegenüber einem normalen Tisch-PC nur der geringere Platzbedarf ist. Mobil lassen sich diese Geräte aufgrund der kurzen Akkulaufzeiten nicht wirklich gut einsetzen. Wer allerdings nur zu Hause, am Arbeitsplatz und im Hotel immer mit demselben Datenbestand arbeiten möchte, ist mit einem solchen Gerät gut bedient. Hier spielt ja das Gewicht und die Akkuleistung keine Rolle.

Ruggedized-Notebooks

Für die Anwendung in besonders rauer Umgebung oder unter klimatisch widrigen Bedingungen sind die so genannten `Ruggedized-Notebooks` gedacht, die so robust ausgeführt sind, dass sie für Freiluft- und Freilandeinsatz geeignet sind. Es gibt Fully-Ruggedized-Geräte, die vollständig gegen äußere Einflüsse geschützt sind, und Semi- Ruggedized-Notebooks, die nur teilweise bestimmten Widrigkeiten widerstehen, so etwa Spritzwasser auf die Tastatur oder Stürzen aus einigen Dezimetern Höhe. Diese Geräte sind mit speziellen gehärteten Gehäusen versehen, die schlagfest sind und Spritzwasser sowie Hitze standhalten sollen. Anschlussstellen sind durch Gummi geschützt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Die Festplatte ist Gel oder Gummi gelagert, um sie vor Stößen zu schützen – insbesondere einem Sturz auf den Boden, und oftmals auch noch extra ummantelt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern, so dass im Ernstfall (Defekt des Computers) zumindest die Daten gerettet sind. Die Geräte kommen oft dann zum Einsatz, wenn sie außerhalb von Büros arbeiten müssen, beispielsweise bei der Polizei, beim Militär, bei Pannendiensten, Landvermessern oder ähnlichen Außendienstlern und in industrieller Umgebung, meistens zur Datenerfassung. Man kann sie damit auch als mobile Variante von Industrie-PCs ansehen. Auf Grund ihres vergleichsweise hohen Preises und der teilweise eingeschränkten Funktionalität (z. B. bei Schnittstellen oder Grafikleistung) und wegen der speziellen Anpassung sind diese Notebooks für Privatanwender weniger interessant.

Subnotebooks

Dieser Gerätetyp ist eigentlich ein vollwertiges Notebook, allerdings mit drei wichtigen Unterschieden:
* Die Geräte sind wesentlich kleiner und leichter als ein Notebook.
* Sie haben kein optisches Laufwerk.
* Die hier verbauten Festplatten sind von den Abmessungen her noch kleiner und somit noch langsamer als die Platten der Notebooks.

Netbooks

Diese Geräte sind nicht nur wesentlich kleiner als ein Notebook, sondern auch leichter und preiswerter. Die leichtesten Geräte wiegen gerade einmal 700 Gramm, haben einen maximal 10 Zoll großen Bildschirm, aber ein normales Betriebssystem wie Windows xp oder Windows 7. Schließt man eine externe Tastatur an und installiert eine Sprachausgabe, hat auch der Blinde für unterwegs einen erstklassigen Helfer. Die Akkulaufzeit reicht bis zu 6 Stunden. Bei Lehrern sind solche Geräte beispielsweise sehr beliebt, weil sie klein und preiswert sind, ein normales Betriebssystem und damit die Möglichkeit haben, einen Beamer für den Unterricht anzuschließen.

Auf dem Mobilrechner-Markt gibt es viele Marken, aber nur relativ wenige Hersteller, die diese Geräte produzieren. Dies liegt daran, dass namhafte Firmen (z. B. Fujitsu Technology Solutions) bei Auftragsherstellern (Original Design Manufacturer [ODM]) die Notebooks einkaufen oder auch leicht modifiziert `persönlich` produzieren lassen, um sie dann unter eigenem Namen zu verkaufen. Wie groß der eigene Anteil an den Gerätedesigns ist, lässt sich meist nur schwer abschätzen. Viele Notebook-Fertiger haben ihren Sitz in Taiwan, zum großen Teil wird aber nicht mehr dort, sondern in der Volksrepublik China produziert. Dabei konzentriert sich die Entwicklung auf Taiwan und die Produktion zunehmend auf das Festland.

Die fünf größten Produzenten sind laut Wikipedia (Zahlen von 2004):
Compal mit etwa 11 Millionen Geräten für Lenovo (früher IBM), Dell und HP,
Compaq mit 7,7 Millionen Geräten,
Inventec mit 3,3 Millionen geräten,
Wistron (früher Acer, inzwischen selbstständig) MIT 3 Millionen Geräten,
Asus mit fast 3 Millionen Geräten verkaufen etwa 50 % der Produktion unter eigener Marke und die andere Hälfte als Auftragsfertiger für u. a. Sony, Apple und als ODM –Geräte.


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