NVDA
in der Version 2015.4
für die Betriebssysteme Windows XP, Vista, 7, 8 und 10
ist ein sehr guter Open Source-Screen Reader.

NVDA ist die Abkürzung für `Non Visual Desktop Access`, was auf deutsch `Desktop-Zugang ohne Sehen`bedeutet. Einiges über die Geschichte dieses Programms können Sie
hier
erfahren.

Dieses Programm bietet sehgeschädigten Menschen die Möglichkeit, die Funktionen von Windows mit der Hilfe einer synthetischen Sprache zu bedienen. So können sie beispielsweise

Das Installationspaket beinhaltet sowohl eine Installer- als auch eine portable Version. Sie können beim Installieren entscheiden, welche der beiden Versionen Sie haben wollen. Bei der Auswahl ist folgendes zu beachten:
- Sie müssen die Installer-Version wählen, wenn Sie den Zugriff haben wollen im Windows-Anmeldedialog, in der eingeschalteten Benutzerkontensteuerung oder bei Anwendungen, die nur als Administrator ausgeführt werden können. Diese Dialogfelder können NICHT mit der portablen Version ausgelesen werden.
- Sie können die portable Version wählen, wenn sie die genannten Zugriffe nicht benötigen oder wenn Sie NVDA auf einem USB-Stick oder auf einer Cd mitnehmen und so auf jedem fremden Rechner benutzen wollen.

Im mitgelieferten deutschsprachigen Handbuch werden alle Funktionen des Screen readers genau erklärt. Diese Dokumentation sollten Sie unbedingt vor der Benutzung des Programms mindestens einmal aufmerksam durchlesen.

Beim ersten Programmstart können Sie die Einstellungen an Ihre Bedürfnisse anpassen. Danach sollten Sie den Menüpunkt `Konfiguration speichern` anklicken, damit die gemachten änderungen auch dauerhaft abgelegt werden.

Autostart von NVDA auf fremdem Rechnern

Die Autorun-Funktion ist unter Windows 7 aus Sicherheitsgründen werkseitig deaktiviert und muss auf dem jeweiligen Rechner per hand aktiviert worden sein, um die Autorun-Funktion von USB-Sticks beim Einstecken ausführen zu können. Das macht aber so gut wie niemand. Man muss also davon ausgehen, dass Autorun nicht von selbst funktioniert.

Bei einem U3-Stick wird wie bei dem Tool USBAutoRunner auf dem rechner eine Software installiert, die dann den Stick automatisch startet. Beim ersten Anstecken an einen rechner muss man aber auch erst diese Software installieren. Also hilft auch diese Variante nicht wirklich weiter.

Einwandfrei klappen nur die beiden folgenden Möglichkeiten. Dabei ist vorausgesetzt, dass auf dem Stick der Inhalt des NVDA-Ordners im Stammverzeichnis enthalten ist.

  1. Einsteck-Funktion
  2. USB-Laufwerke bekommen in der Regel die Laufwerksbuchstaben ab D:\ - wenn kein CD-/DVD-Laufwerk vorhanden ist - oder ab E:\ zugeteilt.

Beide Methoden sind nicht besonders komfortabel, aber sie führen ohne großen Aufwand zum Ziel.

Stimmen für NVDA

NVDA bringt - auch in der portablen Version - bereits einen Sprachsynthesizer namens `eSpeak` mit, der sehr anpassbar ist, mehr als 30 Sprachen beherrscht, auch bei hoher Geschwindigkeit gut verständlich ist und nur sehr wenig Speicherplatz benötigt. Aber etliche Nutzer empfinden diese Stimme als Roboter-artig und würden eine etwas freundlicher und natürlicher klingende Stimme bevorzugen. Deshalb hat NVDA auf seiner Internet-Seite eine Liste veröffentlicht, damit Sie eine Stimme finden können, die Ihnen besser zusagt.
www.nvda-project.org/wiki/ExtraVoices
Die Synthesizer in dieser Liste sind entweder als kostenlos `free` oder käuflich (commercial) gekennzeichnet.

Man kann andere Stimmen relativ einfach in NVDA integrieren.Dies geht über das `Eigenschaften`-Menü, und zwar in dem Menüpunkt `Sprachausgabe`. NVDA kann mit allen Stimmen umgehen, die unter Windows auf dem benutzten Rechner installiert sind, gleich, ob es sich um Stimmen handelt, die über die Microsoft Sprach-Schnittstelle SAPI4, die Microsoft Sprach-Schnittstelle SAPI5 oder die Microsoft Speech Platform vom System angeboten werden.

Es gibt eine gute kostenlose Stimme namens `Hedda`, die zur Microsoft Speech Platform gehört. Sie muss auf jedem Rechner installiert sein, auf dem man sie mit NVDA benutzen will. Wo man sie bekommt und wie man sie installiert, können Sie
hier
nachlesen.

Auch die recht gute kostenlose Stimme `Steffi` muss auf dem benutzten rechner installiert sein. Es handelt sich um eine Stimme, die unter SAPI5 angeboten wird. Wo man sie bekommt und wie man sie installiert, können Sie
hier
nachlesen.

Um diese oder andere Stimmen mit NVDA verwenden zu können, muss man im `Einstellungen`-Menü im Menüpunkt `Sprachausgabe` zunächst ``Speech Platform` bzw. Sapi 5` auswählen und mit Enter bestätigen. Anschließend kann man dann im `Einstellungen`-Menü im Menüpunkt `Stimmauswahl` die `Hedda` bzw. `Scansoft Steffi` auswählen und die Parameter Lautstärke, Tonhöhe usw. festlegen. Wenn -wie oben beschrieben - die persönlichen Einstellungen beim Verlassen von NVDA gespeichert werden, dann spricht ab sofort beim NVDA-Start auf diesem Rechner die neu eingestellte Stimme.

Diese Beschreibung gilt übrigens auch für das Einbinden der Stimmen `SVox Pico` und `ETI Eloquence` in NVDA, die sogar portabel sind und auf einem USB-Stick mitgenommen werden können. Sie werden als so genanntes Addon angeboten.

Installieren und Deinstallieren von NVDA-Addons


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