Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Computer-Benutzer
(ISCB) e.V.

- Kurzvorstellung -

Mit der Verbreitung von EDV-Technologien in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen und auch privaten Lebens in den achtziger Jahren stieg auch die Zahl der Menschen, die mit einem Computer arbeiten wollten oder mussten, obwohl sie die visuellen Präsentationen eines Bildschirms gar nicht oder nur sehr schlecht sehen konnten. Da diese Menschen spezifische Probleme und spezifische Interessen hatten, lag es auf der Hand, sich zu einer eigenen Interessengruppe zusammen zu schließen.

Auf Initiative zweier Betroffener wurde im Mai 1985 zunächst unter dem Namen "Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Microcomputer-Benutzer" (ISMB) in Form einer lockeren, nicht institutionalisierten Interessengemeinschaft ein erster Zusammenschluß erreicht. Die Gruppe verstand sich von Anfang an als Selbsthilfeorganisation. Rasch stieg die Zahl derjenigen, die die Aktivitäten der neuen Selbsthilfegruppe unterstützten und sich ihr zugehörig fühlten.

Im Zentrum des Interesses standen und stehen auch heute noch die speziellen Hilfsmittel, die blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang zur EDV-Technik ermöglichen. Die gegenseitige Beratung und die Herausgabe einer speziellen Computer-Zeitschrift bildeten die ersten Arbeitsschwerpunkte. Unter dem Namen "Rundbrief" entstanden bereits 1986 die ersten Zeitschriftenausgaben.

Von Beginn an waren die Aktivitäten geleitet vom zentralen Ziel, sich firmenunabhängig zu engagieren. Bei der ersten Mitgliederversammlung, die am 17. Oktober 1987 in Dortmund stattfand, wurde die Gruppe in "Interessengemeinschaft Sehgeschädigter Computer-Benutzer" (ISCB) umbenannt. Man verabschiedete einstimmig eine Satzung zwecks Eintragung in das Vereinsregister. Im Laufe des Jahres 1988 erfolgte die Anerkennung als gemeinnütziger Verein und die Eintragung in das Vereinsregister. Mit der offiziellen Vereinsgründung der ISCB wurde in der Bundesrepublik Deutschland erstmals eine selbständige Informations- und Interessenvertretungseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte geschaffen, die sich schwerpunktmäßig mit Fragen und Problemen der elektronischen Datenverarbeitung und ihren Zugangs- und Anwendungsmöglichkeiten für Blinde und Sehbehinderte beschäftigt.

Der Verein zählt heute knapp 600 Mitglieder. Gemessen daran, daß die Mitarbeit in der ISCB nach wie vor grundsätzlich ehrenamtlicher Natur ist, gestalten sich die Aktivitäten des Vereins recht vielschichtig.

1.                 Die ISCB gibt eine Zeitschrift heraus.
In der zweimonatlich erscheinenden "Display"werden u.a. Erfahrungsberichte von Hilfsmittelanwendern, Beiträge über neuere Entwicklungen auf dem allgemeinen EDV-Markt, Artikel über Neuheiten auf dem EDV-Hilfsmittelmarkt des In- und Auslandes sowie Hinweise auf Quellen zur Beschaffung von Computer-Literatur veröffentlicht. Die Zeitschrift wird in  einer Großdruck-  und einer CD-Version herausgegeben. Die CD umfasst eine Kurzschriftversion für Braillezeilenanwender, ungekürzte Versionen im ASCII- und Word-Format für Anwender mit Sprachausgabe- oder Bildschirmvergrößerungssystemen sowie eine DAISY-Version. Die Bezugskosten einer der beiden Versionen sind im Jahresmitgliedsbeitrag von 36,-- Euro enthalten.

2.   Die ISCB betreibt Interessenvertretung gegenüber Hilfsmittelfirmen.
Durch das Auftreten als Benutzergruppe sollen Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge mit mehr Nachdruck gegenüber Herstellern und Vertreibern elektronischer Hilfsmittel geäußert und durchgesetzt werden.

3.   Die ISCB betreibt Interessenvertretung gegenüber Behörden (Kostenträgern u.ä.).
Sie bemüht sich um die Durchsetzung der Interessen Blinder und Sehbehinderter, die mit elektronischen Hilfsmitteln arbeiten müssen oder arbeiten wollen, gegenüber Behörden, vor allem in Finanzierungsfragen.

4.   Die ISCB organisiert eine "Hotline"-Hilfe.
Eine steigende Anzahl von Mitgliedern hat sich seit der Mitgliederversammlung 1994 in Hannover bereit erklärt, als so genannte "Hotline-Berater" rat- und hilfesuchenden Mitgliedern beim Umgang mit den Betriebssystemen DOS und Windows kostenlos telefonisch zur Verfügung zu stehen.

5.   Die ISCB kooperiert mit anderen Verbänden.
Sie ist korporatives Mitglied des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (dbsv) in Berlin und hält Kontakte zu dessen Bundesfachgruppe Informationstechnik (bfg-it). Ferner ist sie im gemeinsamen Fachausschuß für Informationstechnik (FIT) der deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbände vertreten.

6.   Die ISCB beteiligt sich an der Versorgung ihrer Mitglieder mit geeigneter Software.
Programmierende Vereinsmitglieder stellen einige ihrer Produkte kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung. Andere sammeln so genannte Freeware- und Open-Source-Programme, die sie auf ihre Tauglichkeit hin für Anwender mit Braillezeilen, Sprachausgaben oder Vergrößerungssystemen testen. Erscheint ein Programm für einen größeren Kreis von Mitgliedern interessant, so wird es in der "Software-Beilage" der DISPLAY veröffentlicht. Die "Software-Beilage" ist integraler Bestandteil der CD-ausgabe der Vereinszeitschrift.

7.   Die ISCB beschafft Computer-Literatur.
Sie sieht eine wichtige Aufgabe in der Versorgung ihrer Mitglieder mit Fachliteratur. So gelang es der ISCB, die erste kommerzielle Computerzeitschrift auf dem Deutschen Markt, die Zeitschrift Chip, ab 1989 blinden und Sehbehinderten zugänglich zu machen. Dieser Tradition folgend sind heute mehrere PC-Zeitschriften auf elektronischem Wege zugänglich. Darüber hinaus setzt die ISCB in Eigenregie Handbücher und Audio-Tutorials zu Computer-Programmen (SoundForge-Tutorial, Bediener- und Programmierhandbuch F&A Version 5.0) um und stellt diese in geeigneten Medien zur Verfügung. Darüber hinaus verfassen ISCB-Mitglieder eigene einführende Texte zum Umgang mit Computer-Systemen oder zur Handhabung bestimmter Anwendungsprogramme. Diese werden in der DISPLAY bzw. in der "Software-Beilage" veröffentlicht und so allen Interessentinnen und Interessenten zur Verfügung gestellt.

8.      Gegen Kostenerstattung führt die ISCB Schulungs- und Einweisungsmaßnahmen durch.
Um blinden und sehbehinderten Anwendern den Umgang mit Computer-Programmen zu ermöglichen, führt der Verein spezielle Schulungsmaßnahmen in Einzel- oder Gruppenunterricht durch. Diese Aufgaben übernehmen selbstverständlich nur Vereinsmitglieder, die über mehrjährige eigene Erfahrungen und über die erforderlichen didaktisch-methodischen Fähigkeiten verfügen. In der gegenwärtigen Situation, in der die allgemeine EDV-Welt extrem stark von graphisch orientierten Bedienoberflächen beherrscht wird, versucht die ISCB - in Kooperation mit dem FIT - vehement auf Hilfsmittelfirmen einzuwirken, praxisnahe WINDOWS-Lösungen für unseren Personenkreis zu entwickeln und die zeitliche Differenz zwischen dem "marktüblichen Software-Standard" und den speziellen Zugangslösungen für Blinde und Sehbehinderte so gering wie möglich zu halten.

Die Arbeit in der Interessengemeinschaft ist grundsätzlich ehrenamtlich. Die Kosten der Vereinsarbeit (Kosten für Herstellung, Druck und Versand der Vereinszeitschrift, allgemeine Verwaltungsausgaben und dergleichen) werden aus den Mitgliedsbeiträgen bestritten. Der Mitgliedsbeitrag beträgt zur Zeit 30 Euro pro Jahr.

<Der Vereinsvorstand>